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Open-Air-Veranstaltungen sicher genehmigen: Präzise und normkonforme Schallimmissionsprognosen mit dem APS-Ansatz
Open-Air-Konzerte und -Festivals begeistern jedes Jahr hunderttausende Besucher – gleichzeitig nehmen aber die Lärmbeschwerden im Umfeld solcher Veranstaltungen spürbar zu. Anwohner reagieren sensibler, Genehmigungsbehörden prüfen genauer und der Druck, belastbare Prognosen vorzulegen, nimmt deutlich zu.
Das Kernproblem: Komplexe Beschallungsanlagen treffen auf vereinfachte Berechnungsmodelle
Moderne Beschallungsanlagen bestehen aus vielen eng aufeinander abgestimmten Lautsprechern mit komplexer Richtwirkung. Die bisher eingesetzten Berechnungsverfahren behandeln dieses Setup jedoch stark vereinfacht. Die Folge sind teilweise deutlich voneinander abweichende Ergebnisse – und damit angreifbare Prognosen.
Hintergrund: Rechtliche und normative Grundlage für Schallimmissionsprognosen bei Open-Air-Veranstaltungen – TA Lärm und DIN ISO 9613-2
Die Lösung: Aggregate Point Source (APS) – ein neuer, wissenschaftlich validierter Ansatz für die normkonforme Prognose komplexer Beschallungsanlagen
Die Experten von EASE® und IMMI haben ihr Know-how gebündelt und im Rahmen eines mehrjährigen gemeinsamen Forschungsprojekts einen neuen, wissenschaftlich validierten Ansatz entwickelt. Aggregate Point Source (APS) überführt komplexe Lautsprechergruppen in sogenannte Ersatz-Punktquellen mit realitätsnaher Richtwirkung. Dabei werden intern kohärente Systeme zu einer modellierbaren Einheit zusammengefasst, die sich normkonform in bestehenden Berechnungsverfahren nutzen lässt. Damit steht erstmals ein methodischer Ansatz zur Verfügung, der die reale Richtwirkung komplexer Line-Array-Systeme in normgerechte Immissionsberechnungen integriert.
Messungen und Simulationen im Rahmen von wissenschaftlich fundierten Untersuchungen zeigen: Die Ergebnisse sind reproduzierbar, belastbar und mit den Anforderungen des Immissionsschutzes vereinbar.
EASE – entwickelt von AFMG – ist als marktführende Software für elektroakustische Planung weltweit etabliert und ermöglicht die präzise Abbildung komplexer Beschallungssysteme, auch dank einer umfangreichen Lautsprecherdatenbank.
Wie erfolgt die normgerechte Lärmberechnung für Open-Air-Konzerte? Ein durchgängiger Workflow in EASE und IMMI
Bisher wurden Beschallungsplanung und Schallimmissionsprognose in aller Regel durch getrennte Fachdisziplinen in nicht miteinander verknüpften Softwarelösungen bearbeitet – mit entsprechendem Abstimmungsaufwand und Fehlerpotenzial.
Mit dem neuen Workflow von EASE und IMMI auf Basis des APS-Ansatzes steht nun eine durchgängige Lösung zur Verfügung, die Planung und normkonforme Lärmberechnung effizient und konsistent miteinander verbindet. Alle relevanten Informationen können über eine Datei im APS-Format übergeben werden.
1. Die Beschallungsanlage wird vom Veranstaltungstechniker wie gewohnt in EASE geplant.
2. Lautsprecherpositionen, Richtwirkungen und relevante Systemdaten werden in einer Datei im APS-Format exportiert.
3. Das gesamte Bühnen- und Lautsprecher-Setup inklusive Ausrichtung und relativer Position jeder einzelnen Quelle wird über die APS-Datei als Gesamtsystem in IMMI importiert und kann im Geomodell frei platziert und ausgerichtet werden. Unterstützt wird der gesamte Frequenzbereich der Terzbänder 25 Hz bis 20 kHz.
4. Die frequenzabhängigen Schallleistungen der Fernfeld-Richtcharakteristiken werden mittels nutzerbasierter Eingabe eines Beschallungspegels im Zuschauerbereich (z. B. an der FOH-Position) sowie Referenzspektren eines korrespondierenden Bühnen-Programms (z. B. Rock/Pop) ermittelt. Hierfür enthält die APS-Datei eine Übertragungsfunktion zwischen komplex berechnetem Nahfeldspektrum aus EASE 5 und Fernfeldspektrum der APS-Quellen.
5. Die Lärmberechnung nach DIN ISO 9613-2 wird durchgeführt.
6. Die Ergebnisse werden in einer Lärmkarte oder Immissionspunktberechnung dargestellt.
Durch die zentrale Datenübergabe werden Übertragungsfehler reduziert. Das gesamte Verfahren ist dabei im Einklang mit der DIN ISO 9613-2 und die eingesetzte Software ist qualitätsgesichert.

Definition der Parameter in IMMI

Ergebnis der Lärmberechnung in Form einer IMMI-Lärmkarte (in diesem Beispiel für das Terzband 63Hz)
Das Konzept geht so weit, dass für das Bühnenprogramm ein gesamter Ablaufplan einer Veranstaltung eingegeben werden kann und darauf aufbauend zeitlich beurteilte Emissionsspektren den Beurteilungszeiträumen zugewiesen werden (z. B. Tag/Nacht). Somit können intuitiv und unabhängig des nationalen Regelwerks lärmtechnische Beurteilungen einer Veranstaltung vorgenommen werden.
Die Funktion steht ab dem aktuellen IMMI-Update 2025-02 als kostenpflichtige Erweiterung zur Verfügung.

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